Freitag, 22. September 2006

Spornmachergasse spornt nicht mehr an

Die Spornmachergasse 1 im September 2006. Anfang September wurde das Haus in der Spornmachergasse 1 abgerissen. Damit ist die Spornmachergasse als Adresse obsolet, es gab nur das eine Haus mit dieser Straßenbezeichnung. Die Trümmerteile kann man derzeit noch betrachten, aber nicht wieder zu einem kompakten Haus zusammensetzen. Die Aktion ist Teil des aktuellen Architekturprojekts "Stadtrückbau".

Jesus Incorporated, Filiale Frankfurt (Oder)

Spiegelung02

Prophetische Kunst: das ernste Tor von Axel Schulz

Der 11. Sept. in künstlerischer Vorwegnahme anhand der Frankfurter Bernwardstüren von 1975. Und von Axel Schulz. Am Eingangstor der Konzerthalle C. P. E. Bach gibt es ein Relief, auf dem die Katastrophe vom 11. September 2001 bildlich als vorweggenommen erscheint: ein brennender Wohnturm, dessen Qualm den nebenstehenden ebenfalls in Rauch hüllt, bevor er vermutlich selbst in Flammen aufgeht...

"Die Eingangstüren zur Konzerthalle wurden 1975 eingebaut. Es sind zwei 2,90 m hohe Bronzetore; eins als heiteres Tor und das andere als ernstes Tor von Axel Schulz gestaltet. Jede der vier Türen hat vier Felder mit Motiven. Den Abschluss bildet bei beiden Toren oberhalb der Tür ein halbkreisförmiger Rundbogen, welcher als Baum gestaltet ist. Für die Gestaltung der Türen gab es vier Vorschläge und am 7. März 1969 entschied sich eine Kommission für die heute zu sehende und schloss mit Schulz am 25. März 1971 einen entsprechenden Werkvertrag."

(Zitat aus der Wikipedia)

Donnerstag, 14. September 2006

Konrad Wachsmann äußert sich zur Heimatstadt

Der in Frankfurt an der Oder geborene Architekt Konrad Wachsmann äußert sich anlässlich eines Besuchs 1979 in der DDR gegenüber Michael Grüning:

"Ist Frankfurt für Sie immer noch 'zu Hause'?"
"O ja", sagt Wachsmann. "Zu Hause und Heimat. Vielleicht ist das einer der schroffen Wiedersprüche in meinem Leben. Obwohl ich fast überall war und auf dieser Erde wunderbare und einmalig schöne Stellen gefunden habe, ist Frankfurt für mich das Zuhause geblieben."
(S. 97)
- - -
Dann stehen wir an der Oder, die eine Grenze ist. "Können wir da rüber?" fragt Wachsmann.
"Wir ja, aber Sie nur mit einem Visum", erkläre ich ihm. "Das hätten sie in der polnischen Botschaft in Berlin holen müssen."
"An dem Ufer dort drüben habe ich gespielt", meint er kopfschüttelnd. "Das ist ein Stück Heimat, und da stehen sicher auch noch einige Häuser, die ich später gebaut habe. Ist so eine Grenze nicht lächerlich", sagt er erbittert.

"Ist das Land dort drüben, dieser Oderstreifen am anderen Ufer, wirklich noch Ihre Heimat?" frage ich erstaunt.
"Natürlich", sagt er. "Heimat ist wohl immer dort, wo man geboren wurde. Heimat sind die ersten Bäume und Häuser, die man gesehen hat. Heimat ist auch der Ort, an dem man sich zum erstenmal blutige Knie holte und hilfesuchend zu seiner Mutter gelaufen ist."
(S. 127-135)

Quelle: Michael Grüning, Der Wachsmann-Report. Auskünfte eines Architekten. Berlin: 1986

Frankfurt (Oder)

Hart an der Grenze

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